Von Michael Just Jugendforum saniert den BMX-Parcours im Riemen und hofft auf mehr Nutzer. Begeisterte Fahrradfahrer stellen sich ihr Rad selbst zusammen. Das gilt neben Mountainbikern auch für BMX-Fahrer. „Heute […]

Von Michael Just

Jugendforum saniert den BMX-Parcours im Riemen und hofft auf mehr Nutzer.

Begeisterte Fahrradfahrer stellen sich ihr Rad selbst zusammen. Das gilt neben Mountainbikern auch für BMX-Fahrer. „Heute ist der Lenker gekommen“, erzählt Michael Riezler, der das gute Stück gleich eingesetzt hat. Insider wissen, dass bei den kleinen Kult-Räder der Lenker einer der wichtigsten Trend-Faktoren ist. Michael Riezler gehört zu den passioniertesten BMX-Fans der Stadt und ist fast täglich im sogenannten „Dirt Park“ im Riemen anzutreffen.

Auch jetzt war der junge Babenhäuser dort zu finden. Diesmal standen für den 18-jährigen Schüler aber keine Abfahrten und Sprünge im Vordergrund, sondern die Aufgabe, den Park auf Vordermann zu bringen.

Zur Um- und Neugestaltung der „Lines“ – so werden in der Fachsprache die einzelnen Fahrabschnitte genannt – lud das Jugendforum, eine Sparte der städtischen Kinder- und Jugendförderung (Jufoe), die regelmäßigen Benutzer ein. Neben ein klein wenig Arbeitskraft waren vor allem die Wünsche und Vorstellungen gefragt, wie die Sandhügel und Sprungrampen aussehen und gestaltet werden sollen. Der Bauhof lieferte mit einem Radlader schweres Gerät, mittels Schippe, Handwalze, Rechen und Gießkanne erledigten die sechs Jungs anschließend die Feinarbeit. An drei Tagen wurde nun gewerkelt. „Am Samstag haben wir gegrillt, am Sonntag dann Pizza bestellt“, erzählt Günther Titz, pädagogischer Mitarbeiter bei der Jufoe.

Normalerweise muss der Park jedes Jahr erneuert werden. „2013 klappte das aber nicht, so dass es nun umso nötiger war“, erläuterte Riezler. Er weiß, dass durch Abnutzung, Wetter und vielmehr noch durch Kinder, die auf den Hügel spielen, die Bedingungen mit der Zeit immer schlechter werden. Gerade Kinder, die auf den Hügel herumtollen, beschädigen immer wieder unbewusst die Absprünge, die wie kleine Nasen von den Hügeln abstehen. Als der Park 2012 das letzte Mal erneuert wurde, rückte sogar prominente Unterstützung an: Mit Guido Tschugg, einem bekannten BMX-Fahrer und Streckenbauer für Wettbewerbe von Red Bull, scheute die Jufoe keine Kosten und Mühen, diese Koryphäe aus Wangen im Allgäu nach Babenhausen zu holen. Er konnte dem Babenhäuser BMX-Nachwuchs wertvolle Tipps an die Hand geben. Sogar einen Mini-Bagger, der von seinem VW-Bus gezogen wurde, brachte Tschugg damals mit.

Durch den schlechten Zustand, aber auch zurückgegangenes Interesse, waren in der letzten Zeit nur noch wenige Jugendliche im Babenhäuser „Dirt-Park“ anzutreffen. Der harte Kern besteht derzeit von einem halben Dutzend Personen.

Michael Riezler gehört zu den Passionierten. Am Waldrand, in der Nähe zum Erloch, befindet sich eine weitere kleine Strecke, wo er regelmäßig seinem Hobby frönt. Im Riemen springt und fliegt er fast täglich durch die Luft. „Nur die letzten Wochen wurde es ein bisschen weniger, da ich mein Abitur geschrieben habe“, erzählte er.

Zu seinen Freunden und Kollegen zählt der Lucas Sendelbach. Der 18-jährige kommt aus Mainaschaff, ist aber regelmäßig in Babenhausen anzutreffen, um mit Riezler die Leidenschaft fürs BMX-Fahren zu teilen. Beide machen sich regelmäßig nach Dettingen auf, wo ein eingezäunter, privater Dirt-Park (fünf Euro für die Benutzung) optimale Bedingungen bietet.

Vor der Haustür braucht es aber auch eine gute Strecke. Deshalb packten Riezler und Sendelbach kräftig mit an. Die Jufoe ließ einen riesigen Lehmhaufen ran bringen, damit die Berge die nötige Festigkeit bekommen. Ein riesiger Wassertank auf einem Anhänger sorgte für das nötige Nass zum Modellieren. Laut Riezler bräuchte es eigentlich einen Wasseranschluss im Park, um regelmäßig Instand- und Ausbesserungsarbeiten durchführen zu können. Gerade im Sommer sei das nötig, wenn die Hitze den Sand weich und spröde macht.

Stadtjugendpfleger Michael Spiehl versprach, dass er sich beim Wasser um eine Lösung bemüht. Die könnte die Bewässerungsanlage der Sportanlage Germania bieten, die sich um die Ecke befindet. Ein Container zum Unterstellen der Arbeitsgeräte ist ebenfalls angedacht.

Für die Zukunft des Dirt-Parks sprechen Michael Spiehl und Michael Riezler unisono die gleiche Sprache: „Wir wollen hier eine gute Strecke. Und wir wollen, dass der Dirt-Park wieder zum Treffpunkt vieler Babenhäuser Jugendlicher wird“. Dieser Tage wurde dafür ein wichtiger Schritt getan.

 

Offenbach-Post vom 09.04.2014