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BERLIN ist immer eine Reise wert!

Jugendfreizeit der KiJuFö in die Hauptstadt

 

Die Sommerfreizeit 2018 der Kinder- und Jugendförderung Babenhausen führte in diesem Sommer 16 Jugendliche und junge Erwachsene für knapp eine Woche nach Berlin.

 

In Berlin gibt es unendlich viel zu entdecken, deswegen ist die deutsche Hauptstadt auch eine der angesagtesten Städte der Welt! Unzählige tolle Sehenswürdigkeiten, eine einmalige Kultur, wunderschöne Parks und Wasserlandschaften sowie viele historisch geprägte oder wiederum sehr coole Locations – all dies ist Berlin.

Gleich in der ersten Woche der Sommerferien stand die Erkundung dieser Weltmetropole für reiselustige junge Leute bei der Kinder- und Jugendförderung auf dem Programm.

Neben einer Einladung aus dem Deutschen Bundestag, natürlich verbunden mit einer Besichtigung des Reichstagsgebäudes mit seiner imposanten Glaskuppel, stand ein umfangreiches Programm mit vielen Touren und Besichtigungen auf dem Zettel der Freizeitteilnehmer.

 

Pünktlich um 6.45 Uhr traf sich die Freizeitschar um Jugendpfleger Michael Spiehl am Montagmorgen, mehr oder weniger müde und verschlafen, in Hanau am Hauptbahnhof, um dort den ICE nach Berlin zu nehmen. Im Zug wurde zunächst von dem ein oder anderen noch ein wenig Schlaf nachgeholt. Nach knapp vier Stunden Fahrtzeit war das Reiseziel erreicht. In Berlin angekommen machte man sich erst einmal auf den Weg in den ganz im Osten Berlins gelegenen Stadtteil Alt-Hellersdorf, denn dort war die Gruppe im „Nest“, einem Selbstversorgerhaus des gemeinnützigen Vereins KIDS & CO, untergebracht. Eine außergewöhnliche Gruppenunterkunft, denn so viel Grün und eine so große Grünanlange mit Terrasse, Grillplatz, Tischtennisplatte, Minigolfanlage, Bienenkörben, Gartenteich und Liegewiese hatte man inmitten der größten deutschen Stadt dann doch nicht erwartet.

Nach dem Beziehen der Zimmer und einer gemeinschaftlichen Einkaufstour zum Auffüllen der Vorratsschränke, folgte eine deftige Stärkung: Leckere Hamburger zum Stillen des Hungers, danach eine kurze Besprechung und schon ging es wieder on Tour. „Berlin by Night“ stand nun auf dem Programm, aber zunächst ging es wieder mit der U-Bahn in Richtung „Alex“. Imposant ragt hier der Berliner Fernsehturm 368m in die Höhe, während sich am Fuße des Turms Menschen aus aller Herren Länder tummeln. Von hier aus ging es zu Fuß weiter zu den Hackeschen Höfen nach Spandau – ein schöner Kontrast zum wilden Treiben auf dem Alexanderplatz und ein wunderschöner Ort zum Entdecken und Entspannen. Weiter ging es zum Berliner Dom am Lustgarten auf der Museumsinsel. Hier sorgte eine Fotosession in der untergehenden Sonne für Kurzweil … und weiter ging es „Unter den Linden“ zum Brandenburger Tor. Gerade bei Nacht ist das Brandenburger Tor sehr sehenswert. Schön beleuchtet wirkt es noch imposanter als am Tag. Und dann die Überraschung des Tages: Natürlich war es allen bekannt, dass es zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Berlin wieder eine große Fanmeile mit Public Viewing geben wird, aber irgendwie hatte es in diesem Moment niemand auf dem Schirm. Direkt rückseitig am Brandenburger Tor ragte eine riesige Großleinwand samt der Hauptbühne auf; sechs weitere Großleinwände folgten entlang der Straße des 17. Juni in Richtung Siegessäule. Das letzte Gruppenspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Südkorea warf seine Schatten voraus und die Babenhäuser Freizeitschar folgte in der fast unwirklichen Szenerie der Straße auf einer Länge von fast zwei Kilometern durch den Tiergarten bis zur Siegessäule. Beeindruckend, diese sechsspurige Verkehrsader des Nachts nur mit Fahrradfahrern und Joggern teilen zu dürfen. Nun war es schon spät und ein kurzer Spaziergang durch den Schlosspark Bellevue beendete den nächtlichen Trip und führte die Gruppe nun wieder in Richtung U-Bahn und schließlich zurück ins „Nest“.

 

Am nächsten Tag stand eine Sightseeing-Tour mit einigen ausgewählten Zielen auf dem Programm. Zunächst eine ausgedehnte Besichtigung der East Side Gallery und der Berliner Mauer und anschließend ein Besuch am Checkpoint Charlie. 101 großformatige Bilder direkt an die Mauer gemalt stehen bei der East Side Gallery direkt an der Spree für die Freude über den Mauerfall und für die Überwindung des „Eisernen Vorhangs“ und können rund um die Uhr besichtigt werden. Am bekanntesten Berliner Grenzübergang durch die Berliner Mauer, dem Checkpoint Charlie, der den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor verband, war es dann derart überlaufen, dass man sich dazu entschied, erst einmal eine Pause einzulegen, denn der interessanteste Teil des Tages sollte erst am Nachmittag folgen. Nun stand ein Termin beim Verein Berliner Unterwelten mit einer Tour „Unterirdisch in die Freiheit“ auf dem Programm. In der knapp zweistündigen Tour konnte man wirklich gut nachempfinden, wie Geschichte mit Schicksalen verbunden war. Sehr anschaulich und sehr interessant erzählt, wurde im Rahmen eines Rundgangs durch Tunnel, Keller und die Kanalisation dargestellt, wie sich zwischen 1961 und 1984 insgesamt mehr als 70 Tunnelfluchten zugetragen haben oder gescheitert sind. Dabei gab es ein regelrechtes „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen den Fluchtwilligen und den Tunnelbauern auf der einen und der DDR-Staatssicherheit auf der anderen Seite. Immerhin über 300 DDR-Bürger flohen durch selbst gegrabene Tunnel, die Kanalisation oder mittels U-Bahn-Flucht in dieser Zeit von Ost- nach West-Berlin.

 

Der Mittwoch begann mit einem späten Frühstück. Anschließend ging es zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal. In der historischen Mitte Berlins gelegen, erinnert dieses an die rund 6 Millionen Juden, die unter der Herrschaft Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten ermordet wurden. Dies war aber auch der Tag, an dem das entscheidende letzte Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft stattfinden sollte und der ursprüngliche Plan einer Tour zum ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof wurde gekippt. Die größte Fanmeile in Deutschland am Brandenburger Tor war nun das erklärte Ziel. Eine große Party sollte das werden – heute mit Babenhäuser Beteiligung. Der unrühmliche Ausgang des Spiels gegen Südkorea ist leider bekannt. Dennoch ein einmaliges Erlebnis hier live dabei gewesen zu sein und ein WM-Spiel mal nicht nur am TV zu verfolgen. Schade, dass die tolle Stimmung auf der Fanmeile nicht im Anschluss auf ganz Berlin überschwappen durfte – das hätte die Gruppe gerne auch erlebt. Nach dem Spiel ging es direkt zurück nach Alt-Hellersdorf und ein gemütlicher Abend mit Leckereien vom Grill und Gesellschaftsspielen schloss sich an.

 

Der darauffolgende Tag begann mit einer Besichtigung des Berliner Fernsehturms. Ab in den Aufzug und in nur 40 Sekunden lag den Teilnehmern die Hauptstadt zu Füßen. Aus 203m Höhe hatte man hier einen atemberaubender 360° Blick über die Stadt. Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern Höhe insgesamt das höchste Bauwerk Deutschlands.

 

Nun folgte man einer Einladung des MdB Till Berthold Mansmann (FDP) und machte sich auf den Weg ins Regierungsviertel. Angekommen am Paul-Löbe-Haus musste erst einmal die Sicherheitsschleuse passiert werden. Nun folgte ein Abendessen in der Mensa des Besucherdienstes, bevor es unterirdisch weiter ins Reichstagsgebäude ging. Hieran schloss sich eine Plenumssitzung im Deutschen Bundestag an – interessant auch hier einmal live dabei zu sein. Thema war hier u.a. die Einsetzung einer sogenannten „Enquete-Kommission“, die eine klare Strategie für die Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung formulieren soll. Durchaus ein Thema für junge Leute die sich im Übergang Schule-Beruf befinden. Gelernt und festgestellt haben die jungen Babenhäuser in den knapp 60 Minuten Sitzungsbesuch aber auch, dass es dort mitunter sehr bewegt und lebhaft und manchmal auch nicht immer wertschätzend vor sich geht. Abgeschlossen wurde der Besuch im Regierungsviertel von Berlin durch die Begehung der Reichstagskuppel, von der aus ein wunderbarer Blick über die Bundeshauptstadt genossen werden kann.

 

Der letzte Freizeittag wurde schließlich sehr „chillig“ gestaltet: Erst einmal ausschlafen, dann ein „Langschläferfrühstück“, Koffer packen, Betten abziehen und das Aufräumen der Unterkunft beendeten schließlich den Aufenthalt im „Nest“. Gegen Nachmittag brach die Gruppe dann auf gen Berliner Hauptbahnhof auf, um die Rückreise mit dem ICE anzutreten. Um 23.00 Uhr Ankunft in Babenhausen – nun war jeder auch froh, wieder zu Hause zu sein.

Eine tolle, erlebnisreiche und bildende Freizeit in der Bundeshauptstadt Berlin war leider schon zu Ende.

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