„Das Spielen mit Wasser erfreut jedes Kinderherz. Doch in diesen Tagen hat die Sache, zumindest im Freien, einen Nachteil: Das Wasser ist bitterkalt. „Trotzdem bin ich eine halbe Stunde dringeblieben“, sagt die sechsjährige Emilia und nimmt es dabei mit der Zeit wohl nicht ganz genau. Sie meint auch ihre Füße und nicht den gesamten Körper. Das kleine Wasserbassin, von dem sie spricht, stand am Ende des „Barfußpfades“, der im Hof der Schule Kirchgarten aufgebaut war. Der Pfad war Bestandteil des „Osterferien-Special“, das die städtische Kinder- und Jugendförderung (KiJuFö) anbot. Für das Motto „Mit allen Sinnen“ meldeten sich 20 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren an, um drei Tage lang von 9 bis 15 Uhr ihre Sinne zu schärfen. Höhepunkt war eine Fahrt ins Dialogmuseum nach Frankfurt. In dieser Einrichtung, die auch als Blindenmuseum bezeichnet wird, führen Personen ohne Augenlicht die Besucher durch lichtlose Räume, in denen Alltagssituationen warten. Der künstlich herbeigeführte Verlust der gewohnten Sehkraft führt dabei zu beeindruckenden Erfahrungen, die die verbliebenen Sinne in den Mittelpunkt rücken.
Drei Tage lang tauchten die Babenhäuser Kinder in die Welt der Sinne ein. Beim Barfußpfad beeinflusste die kühle Witterung allerdings das Treiben. So wollte Sinja ihre unbekleideten Füße dann doch nicht allzu lange in den Sand stecken: Der Grund liegt in einer anderen Sinneserfahrung: „Im Urlaub am Strand ist der Sand immer viel, viel heißer“, sagt sie.“
Michael Just / Offenbach-Post, 07.04.2015












