„Ist das ein verspäteter Martinsumzug? Das mögen einige aufgrund der vielen Lichter und Kinder gedacht haben, die am Freitagabend durchs Zentrum zogen. Doch handelte es sich um die Nikolaus-Wanderung der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Viele brachten Taschenlampen mit, dazu wurden 40 bis 50 Fackeln verteilt. Als Krönung wartete am Hexenturm der Mann mit dem roten […]

„Ist das ein verspäteter Martinsumzug? Das mögen einige aufgrund der vielen Lichter und Kinder gedacht haben, die am Freitagabend durchs Zentrum zogen. Doch handelte es sich um die Nikolaus-Wanderung der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Viele brachten Taschenlampen mit, dazu wurden 40 bis 50 Fackeln verteilt. Als Krönung wartete am Hexenturm der Mann mit dem roten Mantel und dem Rauschebart. Als sich die Teilnehmer kurz nach Einbruch der Dunkelheit am Jugendzentrum versammelten, traute Jugendpfleger Michael Spiehl seinen Augen nicht: Mit rund 100 Kindern und Eltern kamen so viele Interessierte wie noch nie in der vierjährigen Geschichte der Veranstaltung. Zur Einstimmung wurden sie mit Musik, Kinderpunsch, Glühwein, Brezeln und heißen Würstchen empfangen. Romantisch loderten mehrere Feuerschalen, die zum Stockbrotbacken einluden. Die vielen Treppenstufen am Schachbrett an der Stadthalle wurden zum Spielen und Tollen genutzt. War im letzten Jahr noch im Keller des Jugendzentrums ein zusätzliches Programm mit Zaubern und Vorlesen geboten, verzichteten die Verantwortlichen diesmal darauf. „Wenn drinnen und draußen was geboten wird, dann wird die Veranstaltung zu sehr auseinander gerissen“, erklärte Spiehl. Mit der Wanderung als Basis setzte man komplett auf „open-air“. Gleich zu Beginn begrüßte die Band der Grundschule im Kirchgarten die Gäste. Die AG kooperiert mit der Kinder- und Jugendförderung und nutzt die Räumlichkeiten und Instrumente des Jugendzentrums. Der Nikolausumzug bot ein prächtiges Bild, auch wenn die Feuer vielen Eltern eine verstärkte Aufmerksamkeit abverlangte: „Pass auf deine Mütze auf. Halt die Fackel weiter weg“, war nicht nur einmal zu hören. Am Hexenturm wartete mit KiJuFö-Mitarbeiter Günther Titz Knecht Rupprecht. Zur Überraschung spielte er Gitarre und sang „Kling Glöckchen Kling“, bevor er kleine Gaben verteilte. Danach ging’s weiter zum Jugendzentrum zurück, wo der Nikolausabend keineswegs vorbei war: Mit einer schönen Feuershow wurde die Dunkelheit erneut vertrieben.“

Text: Michael Just