Abenteuer, viele neue Erfahrungen und ganz viel Spaß in der Gemeinschaft Ein Reisebericht: Pünktlich um 6.00 Uhr am Samstagmorgen hieß es für 18 Jugendliche und ihre drei Betreuer „Abfahrt“ zur diesjährigen Sommerfreizeit der Kinder- & Jugendförderung. Den „Zielhafen“ Lemmer vor Augen, begaben wir uns auf eine ereignis- und staureiche Fahrt in Richtung IJsselmeer. Nach ca. […]

Abenteuer, viele neue Erfahrungen und ganz viel Spaß in der Gemeinschaft

Ein Reisebericht:

Pünktlich um 6.00 Uhr am Samstagmorgen hieß es für 18 Jugendliche und ihre drei Betreuer „Abfahrt“ zur diesjährigen Sommerfreizeit der Kinder- & Jugendförderung. Den „Zielhafen“ Lemmer vor Augen, begaben wir uns auf eine ereignis- und staureiche Fahrt in Richtung IJsselmeer. Nach ca. acht Stunden Fahrt erreichten wir endlich unser Schiff, an dem wir bereits von unserem Skipper Rüdiger und unserem Maat Niels erwartet wurden. Aufgrund unserer verspäteten Ankunft konnten wir leider an diesem Tag nicht mehr Segeln, sondern übernachteten in Lemmer. Nachdem jeder seine Kajüte, die doch noch etwas kleiner als erwartet ausfiel, bezogen hatte, bekamen alle neuen „Matrosen“ von unserem Skipper eine Einweisung in die Verhaltensregeln an Bord und im Hafen. Besonders wichtig waren insbesondere der sparsame beziehungsweise rücksichtsvolle Umgang mit Wasser und Strom sowie die ab 22.00 Uhr geltende „Hafenruhe“, also die Rücksichtnahme gegenüber anderen Schiffen und Reisenden.
Nach einem gemeinsamen, selbst zubereiteten Abendessen, fand die abendlich stattfindende Besprechung statt. Hier wurde die Route für Sonntag festgelegt und besprochen. Um 9.00 Uhr morgens sollte Richtung Harlingen gesegelt werden, das bedeutete für die 18 Jugendlichen und ihre drei Betreuer Frühstück um 8.00 Uhr – die Begeisterung hielt sich erst einmal in Grenzen. Es sind doch Ferien … !?
Halbwegs ausgeschlafen, bekamen die Jugendlichen nach einem ausgiebigen Frühstück ihre erste „Segelstunde“. Nach ca. 30 Minuten Einweisung ging die Fahrt dann endlich los. Der erste Tag stellte sich gleich als „Feuertaufe“ für jeden Mitfahrenden aus Babenhausen dar, da wir an diesem Tag von einem sehr starken Seegang und viel Wind der Stärke 6-7 in Empfang genommen wurden. Gegen 18.00 Uhr erreichten wir Harlingen und alle waren sehr zufrieden, wenn auch müde und geschafft, da wir an diesem ersten Tag schon sehr weit Richtung „Waddenmeer“ gekommen waren und somit sehr gute Bedingungen für die nächsten Tage geschaffen hatten. Nach dem Abendessen und der Besprechung stand noch ein Kennenlernspiel auf dem Programm. Zu später Stunde hatten die Jugendlichen noch Gelegenheit, um die Stadt im Mondschein zu erkunden.
Am nächsten Morgen segelten wir gegen 10.00 Uhr, einer etwas humaneren Zeit, in Richtung der ersten nordfriesischen Insel Terschelling. Nach etwa sechs Stunden auf dem Meer, erreichten wir diese erste Insel am Nachmittag. Hier ging es direkt gemeinsam in die Stadt, um einen Supermarkt und andere Geschäfte aufzusuchen, denn die Lebensmittelvorräte waren für die nächsten Tage aufzufüllen. Das Einkaufen in Holland stellte sich anfangs doch als etwas schwierig dar: Weißbrot in allen Varianten, aber kein vernünftiger Laib Bauernbrot; Schoko- und Vanilleflocken sowie Früchtehagel als Brotbelag zum Frühstück, „Enkhuizer Jodekoeken“ – wohl Kekse, „Gekookte Worst“ – so etwas wie Fleischwurst …!? Andere Länder – andere Sitten! Zum Glück hatten wir zuvor in Deutschland bei ALDI groß eingekauft! Wieder auf dem Schiff, fing die „Küchencrew“ gleich an, das Abendessen vorzubereiten, denn auch das Kochen gehörte mit zum Programm. Jeder hatte während der Freizeit Frühstück, Mittagessen und Abendessen vorzubereiten bzw. zu kochen und auch das Spülen und Abtrocken wurde eingeteilt – jeweils unterstützt durch einen Betreuer.
Als das Abendessen verspeist war, fand die abendliche Besprechung am Strand statt. Ein kleiner Teil ging nach der Besprechung noch Krabben angeln und der Rest verbrachte noch einen schönen Abend am Strand bzw. später auf dem Schiff.
„10.00 Uhr Abfahrt“ hieß es am Dienstagmorgen – wie immer nach einem guten Frühstück. Die Reise ging heute in Richtung Ameland. Nach knapp drei Stunden auf dem Meer fuhren wir aus der Fahrrinne heraus, ankerten und warteten die Ebbe ab. Entspannung stand nun ganz oben auf dem Programm, während das Wasser um uns herum immer weniger wurde. Als wir schließlich einen Wasserstand von nur noch knapp 20 cm erreicht hatten, erlaubte unser Skipper, dass wir uns in die „Fluten“ stürzen durften. Das sogenannte „Trockenfallen“ war von Anfang an ein voller Spannung erwartetes Event der Jugendlichen. Viele Spiele, sowie das Erkunden des Wattes machten diese Aktion zu einem einzigartigen Erlebnis. Als das Wasser mit der Flut wieder zurück gekommen war, fuhren wir spät am Abend zurück nach Terschelling, um dort im Hafen zu übernachten. Als Abendprogramm stand heute eine Geburtstagsfeier auf dem Plan. Eine der Babenhäuser „Wasserratten“ durfte seinen Jahrestag auf dem Schiff feiern. Während die restliche Crew tagsüber eine Überraschung unter Deck vorbereitete, musste das Geburtstagskind auf Deck kräftig anpacken und nach Seeungeheuern oder ähnlichem Gefahren Ausschau halten – ein tolles, eigens entwickeltes und ausgeklügeltes Ablenkungsmanöver unseres Maates Niels. Glücklicherweise konnte dieser die doch etwas merkwürdige anmutende Aufgabe glaubhaft erklären, so dass die Überraschung tatsächlich eine Überraschung blieb.
Am nächsten Morgen ging es nach einer relativ kurzen Nacht weiter in Richtung Vlieland. Dort angekommen, teilte sich die Gruppe ja nach Interesse auf: Ein Teil wanderte in die Stadt, um unter anderem leckere holländische Pfannkuchen zu essen, der Rest ging an den Strand, um sich dort zu sonnen, auszuruhen und das Wasser zu genießen. Einige Stunden später ging es zurück zum Schiff – Abendessen. Am Abend wurde ein kleiner „Wettkampf“ im Zuge eines Spieles veranstaltet; das Gewinnerteam sollte am nächsten Tag auf Texel einen Preis erhalten. Nachdem ein Siegerteam gefunden und jeder voll und ganz auf seine Kosten gekommen war, wurden alle Teilnehmer von einer weiteren erfreulichen Nachricht erreicht. Unser Skipper Rüdiger teilte uns mit, dass er am nächsten Morgen für die Tour nach Texel anfänglich niemanden bräuchte, der ihm und dem Maat beim Segeln helfe! Das bedeutete: „Ausschlaftag“.

Wenige Stunden nach dem Aufstehen einiger Teilnehmer hatten wir schon die Insel Texel erreicht. Für diese Insel stand ein weiterer großer Programmpunkt auf dem Plan: Eine Radtour quer über die Insel, die die Stationen „Ecomare“ und Pfannkuchenhaus beinhaltete, sollte uns den ganzen Tag über beschäftigen. Das erste Etappenziel war das „Ecomare“, das wir bei ständigem Gegenwind nach ca. einer Stunde erreichten. Pünktlich zur Seehundfütterung erreichten wir das „Zentrum für Wattenmeer und Nordsee“, so dass alle Teilnehmer auch direkt noch etwas Besonderes geboten bekamen. Das „Ecomare“, so lernten wir es, ist auch eine Seehund- und Tierauffangstation für alle möglichen Tiere des Meeres, die verletzt oder verstoßen gefunden wurden. Am späten Nachmittag machten wir uns schließlich noch mit dem Rad auf den Weg zum Pfannkuchenhaus. Tolle Pfannkuchen-Varianten mit Eis oder frischen Erdbeeren oder auch herzhaft mit Käse und Speck – ein leckerer Preis! Wieder zurück am Schiff, beschlossen die Betreuer, dass wir Jugendlichen noch ein wenig Freizeit haben sollten und verlegten die Besprechung kurzerhand auf das morgige Frühstück. Alle „Matrosen“ waren erfreut über die Nachricht und verflüchtigen sich direkt in Richtung Bolzplatz oder Hafendusche. Auch die Betreuer genossen nun einen verdienten und vor allem entspannten (Feier-) Abend. Ein abendlicher Film, mit dem Videobeamer auf ein Segel des Nachbarschiffes geworfen, rundete den schönen Abend ab.

Ziel des nächsten Tages war es, wieder das IJsselmeer zu erreichen. Abfahrt war gegen 10.00 Uhr und Enkhuizen sollte der Zielhafen des Tages werden. Gegen Nachmittag erreichten wir diesen bei herrlichem Sonnenschein und eine kleine Truppe machte sich wieder einmal auf den Weg einen Supermarkt zu suchen. Die Suche im Allgemeinen gestaltete sich als etwas schwierig, da keiner der heutigen Einkäufer genau wusste, wo dieser Supermarkt sein sollte. Also entstand, nach einem eher ruhigen Tag, doch noch ein kleines Abenteuer. Einen doch noch erfolgreichen Einkauf im Gepäck, aber sehr abgehetzt, gingen alle wieder zurück zum Schiff, um dann gemeinsam zu Essen. Für den Abend stand das gemeinsame Erkunden der Stadt auf dem Programm.
Am Samstagmorgen ging es nun schon wieder zurück in Richtung Lemmer. Im Zielhafen angekommen, fand der letzte große Einkauf für den Abschlussabend statt und die ersten Gepäckstücke wurden bereits in die Busse gepackt, um zu viel Stress am nächsten Tag aus dem Weg zu gehen.
Am Abend sollte eine kleine „Abschlussparty“ stattfinden! Aufgrund der Hafenruhe beschlossen wir jedoch, noch ein letztes Mal hinauszufahren und in der Bucht von Lemmer auf See zu übernachten und dort vor allem den Abschluss einer sehr spannenden Woche zu feiern. Ein Teil der Gruppe übernachtete sogar auf dem Deck; der Rest wie gewohnt in seiner Kajüte. Wenige Stunden Schlaf später, fuhren wir zurück nach Lemmer und beschäftigten uns mit dem Beladen der Busse und dem Aufräumen des Schiffes.
Gegen Mittag machten wir uns auf den Heimweg. Das Wetter war auf der Heimreise zum ersten Mal während dieser Fahrt nicht auf unserer Seite.
Viele Stunden Autofahrt, einige Pausen und viel nachgeholtem Schlaf (zumindest von Seiten der Teilnehmer) später, konnten die Eltern ihre „Matrosen“ an der Kinder- & Jugendförderung in Babenhausen wieder in Empfang nehmen.

Nach neun Segel- und Freizeittagen endete eine sehr spannende, lehrreiche und abenteuerliche Reise mit viel Spaß und Lachen für die 18 Jugendlichen und ihre Betreuer.